Energieausweis einfach erklärt

Der Energieausweis ist mit dem Typenschein eines Autos vergleichbar und gibt Aufschluss über den energietechnischen Zustand einer Gebäude-Immobilie. In erster Linie hilft der Energieausweis dabei Gebäude-Immobilien untereinander besser zu vergleichen, etwaige notwendige Sanierungsmaßnahmen besser abzuschätzen und künftige Energiekosten zu minimieren.

 

Was bedeuten die Kennzahlen?

Bundeslandabhängig unterscheiden sich die Energieausweise geringfügig, die wichtigsten Kennzahlen sind aber überall enthalten:

HWB – Spezifischer Heizwärmebedarf Der HWB als Energiekennzahl gibt an wie viel Energie zur Beheizung des Gebäudes in Kilowattstunden pro m² und Jahr zugeführt werden muss, um eine Temperatur von 20 °C zu halten. Der HWB gibt somit Aufschluss über die Qualität der Gebäudehülle.
PEB – Primärenergiedarf Der PEB beinhaltet den Energiebedarf des gesamten Gebäudes für Heizen, Warmwasser und Strom inklusive Herstellung und Transport der jeweiligen Energieträger. Hier gilt: Je niedriger der Wert, umso umweltschonender.
EEB – Endenergiebedarf Der EEB beziffert die tatsächlich benötigte Energiemenge, welche für den Betrieb des Gebäudes eingekauft werden muss (Strom, Pellets etc.) und berücksichtigt dabei auch gebäudebedingte Verluste.
CO2- Kohlendioxidemissionen Hier werden alle anfallenden CO2-Emissionen berücksichtigt, die durch den Betrieb des Gebäudes entstehen inklusive jener, die bei Herstellung und Transport der jeweiligen Energieträger anfallen.
fGEE – Gesamtenergieeffizienzfaktor Seit 2012 ist diese Kennzahl in allen Energieausweisen zu finden und stellt einen Vergleichswert mit einem Referenzgebäude aus dem Jahr 2007 dar. Je kleiner der Wert (am besten <1), umso energieeffizienter das Gebäude.

 

Wann brauche ich einen Energieausweis?

Ob mieten, pachten oder kaufen – der Energieausweis muss für das betreffende Gebäude jedenfalls vom Eigentümer ausgehändigt werden und das bis spätestens 14 Tage nach Vertragsabschluss. Die Angabe von Heizwärmebedarf und ggf. Gesamtenergieeffizienzfaktor sind bereits im Immobilieninserat Pflicht.

Ebenfalls notwendig ist ein Energieausweis bei Neubau (bereits zum behördlichen Bauverfahren), größeren Sanierungsvorhaben sowie Um- oder Zubauten.

 

Wer kann einen Energieausweis erstellen und wie lange ist er gültig?

Erstellt werden kann er beispielsweise durch Ziviltechniker, Baumeister oder andere befugte Gewerbetreibende und ist nach seiner Erstellung 10 Jahre gültig. Je nach Gebäudegröße und -form muss mit unterschiedlichen Kosten gerechnet werden, wobei man bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus 400 bis 600 Euro für die Erstellung einrechnen sollte.