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Wer kommt für die Reparatur der defekten Therme auf?

Folgende Situation haben wohl schon die meisten MieterInnen irgendwann einmal erlebt: Das Wasser wird nicht mehr warm und die Wohnung kühlt nach und nach aus. Eine kaputte Therme ist ärgerlich, nicht nur was die unerwarteten Kosten angeht, schließlich sitzt niemand gerne über längere Zeit im Kalten. Aber wer muss eigentlich zahlen, wenn das Gerät plötzlich den Geist aufgibt?

 

Neue Gesetzeslage

Bis vor wenigen Jahren war es üblich, dass MieterInnen in Österreich eine defekte Therme selber austauschen und somit auch für die vollen Kosten aufkommen mussten. Das hat sich mittlerweile geändert und zwar zugunsten der MieterInnen: Seit Anfang 2015 müssen VermieterInnen die mitvermietete Heiztherme nun auf eigene Kosten reparieren lassen. Das gilt für alle Geräte zur Wärmebereitung, welche in der Mietausstattung mitinbegriffen sind, wie z.B. Einzelöfen, Frostwächter, Heizstrahler im Bad und Warmwasserboiler. Für den Gesetzestext klicken Sie hier.

 

Wer ist betroffen?

Von der Regelung betroffen sind alle Mietverträge, welche dem sogenannten Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes unterliegen. Das betrifft Altbauten, welche vor 1945 errichtet wurden, sowie Neubauten, welche nach dem zweiten Weltkrieg errichtet wurden (z.B. Gemeindewohnungen). Auch Mietverträge, welche dem sogenannten des Mietrechtsgesetzes unterliegen sind mitinbegriffen. Das bedeutet, dass sowohl vermietete Wohnungen in frei finanzierten Gebäuden und Eigentumswohnungen (jeweils nach 1945 erbaut) betroffen sind. Auch MieterInnen von Genossenschaftswohnungen können sich freuen und müssen die Kosten nun nicht mehr selber tragen.

 

Welche Pflichten habe ich als MieterIn?

Damit bei einem Defekt die Kosten auch übernommen werden, müssen Sie nach wie vor selber für die regelmäßige Wartung Ihrer Therme sorgen und diese auch bezahlen. Lassen Sie Ihre Therme daher etwa alle 2 Jahre durchchecken, reinigen und auf Ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen. Das verlängert nicht nur die Lebensdauer Ihrer Therme, sondern mindert auch die Gefahr von Unfällen – Stichwort: Kohlenmonoxid-Vergiftung. Heben Sie alle Wartungsbestätigungen auf, so sind Sie im Streitfall auf der sicheren Seite!

 

Der Vermieter weigert sich trotzdem zu zahlen?

Wenn der Vermieter seiner Pflicht nicht nachkommt und sich weigert für die Reparatur aufzukommen, gibt es je nach Wohnsituation verschiedene Möglichkeiten dagegen vorzugehen. Bei Altbauten, Gemeindewohnungen sowie bei Genossenschaftswohnungen, können Sie einen Antrag bei der Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten einbringen. Diese fordert den Vermieter auf, die defekte Therme reparieren zu lassen. Bei Wohnverhältnissen, welche dem Teilanwendungsbereich des Mietrechts unterliegen (siehe oben), müssen Sie die Erhaltungsarbeiten gerichtlich einklagen.

 

Damit Sie nicht unter Druck kommen, empfehlen wir Ihnen, Ihre Therme außerhalb der Heizperiode warten zu lassen. Der Sommer ist somit die beste Zeit dafür.