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Der Trend zur Wärmepumpe!

In unserem letzten Blogbeitrag „So heizen die ÖsterreicherInnen“ haben wir festgestellt, dass der Einsatz von Wärmepumpen seit dem Jahr 2004 extrem stark angestiegen ist. Nun haben wir uns die Frage gestellt, wieso diese Heizform in Österreich immer populärer wird, wie Wärmepumpen überhaupt funktionieren und welche Wärmepumpen es gibt.

 

Was für Wärmepumpen gibt es?

Für den Einsatz im Haushaltsbereich eignen sich vier Typen von Wärmepumpen ganz besonders. Der Hauptunterschied zwischen den verwendeten Wärmepumpentypen liegt in der Wärmequelle und im Medium der Wärmeweitergabe.

 

Die vier Hauptarten sind:

Wärmequelle
Medium der Wärmeweitergabe
Luft
Luft
Wärmepumpe Typ 1
Luft
Wasser
Wärmepumpe Typ 2
Erde
Wasser
Wärmepumpe Typ 3
Wasser
Wasser
Wärmepumpe Typ 4

 

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist aufgrund der vergleichsweise niedrigen Investitionskosten die in Österreich bei weitem am häufigsten installierte Wärmepumpe. Die geringeren Investitionskosten resultieren aus der leichten Erschließbarkeit der Wärmequelle Luft. Aus dem gleichen Grund können auch die Installationskosten bei der Luft-Luft-Wärmepumpe klein gehalten werden. Diese konnte sich jedoch aufgrund mangelnder Bekanntheit am österreichischen Markt noch nicht so stark etablieren.
Die Erde-Wasser- und die Wasser-Wasser-Wärmepumpe, die ihre Wärme aus dem Erdboden bzw. aus dem Grundwasser beziehen, müssen durch Tiefenbohrungen oder Erdkollektoren viel aufwendiger und kostenintensiver installiert werden. Da das Erdreich im Unterschied zur Umgebungsluft aber keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist und vor allem im Winter nicht so stark abkühlt, erzielt vor allem die Erde-Wasser-Wärmepumpe höhere Wirkungsgrade und ist effizienter als die Wasser-Wasser-Wärmepumpe.
Zusammenfassend können wir für alle Typen von Wärmepumpen folgende Vor- und Nachteile feststellen:

 

+ Umweltfreundlich: es werden erneuerbare Energien eingesetzt

+ CO2-neutral: es entstehen keine Abgase

+ Günstige Betriebskosten

+ Platzsparend: es ist kein zusätzlicher Lagerraum notwendig

 

Hohe Installationskosten: vor allem bei Erde-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Schwankende Wirkungsgrade: Wärmepumpen, die ihre Wärme aus der Luft beziehen, haben gerade im Winter niedrigere Wirkungsgrade

Höherer Planungsaufwand: Wenn eine Wärmepumpe als Zusatzsystem installiert wird, ist eine genaue der Bestandsanlage entsprechende Dimensionierung erforderlich und damit auch ein höherer Planungsaufwand.
Wärmepumpen werden mit Strom betrieben. Mit dem Bezug von grünem Strom können Sie als Wärmepumpenbetreiber noch umweltfreundlicher heizen.

 

Für alle, die es ganz genau wissen wollen

Wärmepumpen basieren auf dem Grundprinzip des Carnot-Prozesses. In folgender Abbildung zeigen wir, wie der Carnot-Prozess in der Praxis aussieht:

 

  1. Verdampfer: Hier wird aus der Umgebung Wärme (Luftwärme, Erdwärme, Wasserwärme oder Abwärme) aufgenommen und an ein Kältemittel abgegeben, welches durch die Erhitzung verdampft.
  2. Verdichter: Das bei der Verdampfung entstandene Gas wird von einem Kompressor (=Verdichter) angesaugt und unter hohem Druck komprimiert und so erwärmt.
  3. Verflüssiger: Im Kondensator (=Verflüssiger) wird die Wärme an die Umgebung abgegeben. Dadurch kühlt das komprimierte Gas aus und verflüssigt.
  4. Expansionsventil: Das aus dem Verflüssiger kommende Kältemittel wird durch das Expansionsventil entspannt und kommt somit wieder auf das niedrige Druck- und Temperaturniveau, welches es für den Verdampfer braucht. So kann der Kreislauf von vorne beginnen.